Autofahren in Marokko: der praktische Ratgeber

    Was Sie wissen sollten, bevor Sie sich in Marokko ans Steuer setzen: Tempolimits, Polizeikontrollen, Autobahnmaut, Parken an der Medina und Fahren in den Bergen.

    Ist Autofahren in Marokko schwierig?

    Für die meisten Reisenden nicht. Marokko hat ein modernes Autobahnnetz zwischen den großen Städten, Nationalstraßen in überwiegend gutem Zustand und eine Beschilderung auf Arabisch und Französisch. Mit dem Mietwagen lassen sich Casablanca, Rabat, Fès oder Marrakesch am flexibelsten mit der Atlantikküste, dem Atlas und der Wüste verbinden.

    Gewöhnungsbedürftig ist eher der Fahrstil. In den Städten wirkt der Verkehr dicht und manchmal improvisiert: Roller, Taxis, Busse, Fußgänger und gelegentlich Eselskarren teilen sich die Straße. Außerhalb der Städte sind es andere Dinge: lange Strecken, kurvige Bergstraßen und Dörfer, in denen Menschen und Tiere am Straßenrand unterwegs sind. Fahren Sie ruhig und vorausschauend und planen Sie immer mehr Zeit ein, als das Navi angibt.

    Die wichtigsten Verkehrsregeln

    In Marokko herrscht Rechtsverkehr, überholt wird links, also genau wie in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Die Verkehrszeichen folgen internationalen Standards, das rote achteckige Stoppschild kennen Sie. Die Regeln ähneln denen zu Hause, werden aber kontrolliert, deshalb sollten Sie sie konsequent einhalten.

    • Anschnallen ist Pflicht: Achten Sie darauf, dass alle Insassen angeschnallt sind.
    • Kein Handy in der Hand während der Fahrt. Navigation vor der Abfahrt einstellen und eine Halterung nutzen.
    • An Stoppschildern vollständig anhalten, auch wenn die Kreuzung leer aussieht: Das ist einer der häufigsten Kontrollgründe.
    • Kinder fahren hinten in einem Sitz, der zu Alter und Größe passt.
    • Kein Alkohol am Steuer. Mietverträge, auch der von NZN, verbieten zudem das Fahren unter Einfluss von Alkohol oder Drogen.
    • Führerschein, Reisepass oder Ausweis, Mietvertrag und Fahrzeugpapiere gehören immer ins Auto.

    Tempolimits und Radarkontrollen

    Sofern nicht anders beschildert, gelten in der Regel 120 km/h auf Autobahnen, 100 km/h auf Landstraßen außerhalb geschlossener Ortschaften und 60 km/h innerorts. Niedrigere Limits von 40 km/h oder weniger sind an Schulen, Baustellen, Kreuzungen und Ortseingängen üblich, achten Sie deshalb immer auf die Schilder.

    Geschwindigkeitskontrollen sind häufig. Auf vielen Straßen und Autobahnen stehen feste Blitzer, außerdem setzen Polizei und Gendarmerie mobile Radargeräte ein, oft direkt hinter dem Ortseingang, wo das Tempolimit sinkt. Bewährt hat sich: beim Ortsschild sofort abbremsen und bis zum Aufhebungsschild unter dem angezeigten Limit bleiben.

    Bußgelder können direkt vor Ort verhängt werden. Bleiben Sie bei einer Kontrolle höflich, folgen Sie den Anweisungen und lassen Sie sich für jede Zahlung eine offizielle Quittung geben. Als Mieter sind Sie für Verkehrsverstöße während der Mietzeit verantwortlich.

    Kontrollen von Polizei und Gendarmerie

    Kontrollposten gehören in Marokko zum Alltag. Sie stehen meist an Ortsein- und -ausfahrten, an Hauptstraßen und in der Nähe von Kreisverkehren. Die Polizei (Sûreté Nationale) ist in den Städten zuständig, die Königliche Gendarmerie auf den Straßen außerhalb.

    Fahren Sie langsam auf einen Kontrollposten zu und halten Sie an, wenn ein Beamter Ihnen ein Zeichen gibt. Meistens werden Sie einfach durchgewunken. Werden Sie angehalten, fragt man nach Führerschein, Reisepass oder Ausweis und den Fahrzeugpapieren. Bewahren Sie alles griffbereit zusammen auf, dann dauert die Kontrolle nur eine Minute.

    Autobahnen und Maut

    Die marokkanischen Autobahnen werden von Autoroutes du Maroc (ADM) betrieben und sind mautpflichtig. Sie verbinden die großen Städte, darunter Casablanca, Rabat, Tanger, Fès, Marrakesch und Agadir, und sind der schnellste und bequemste Weg für lange Strecken. In regelmäßigen Abständen gibt es Raststätten mit Tankstelle, Café und Toiletten.

    In der Regel ziehen Sie beim Auffahren ein Ticket und bezahlen an der Mautstation bei der Ausfahrt, oder Sie zahlen an Mautstellen entlang der Strecke. Die Gebühren richten sich nach Strecke und Fahrzeugklasse und werden von Zeit zu Zeit angepasst, prüfen Sie die aktuellen Preise also vor der Reise. Halten Sie Dirham in bar bereit und achten Sie auf die passende Spur: Einige sind für den elektronischen Mautbadge Jawaz reserviert.

    Auch auf der Autobahn ist Aufmerksamkeit gefragt: Fußgänger, die die Fahrbahn überqueren, oder Tiere am Zaun sind vor allem in Stadtnähe keine Seltenheit, und auf der rechten Spur sind oft langsame Fahrzeuge unterwegs.

    Stadtverkehr, Kreisverkehre und Parken

    Casablanca, Marrakesch und die anderen Großstädte sind zur Rushhour sehr voll. Rechnen Sie mit Spurwechseln ohne Blinker, Rollern, die sich durchschlängeln, und Taxis, die plötzlich bremsen, um Fahrgäste aufzunehmen. Halten Sie Abstand und behalten Sie die Spiegel im Blick.

    Kreisverkehre verlangen besondere Aufmerksamkeit. Die Vorfahrt wird nicht überall gleich gehandhabt, und wer sich bereits im Kreisel befindet, kann nicht immer darauf zählen, dass andere warten. Beachten Sie die Beschilderung des jeweiligen Kreisverkehrs, fahren Sie langsam ein und achten Sie darauf, was die anderen tatsächlich tun.

    Beim Parken treffen Sie oft auf Parkwächter in Warnwesten, die gegen ein kleines Trinkgeld auf die Autos in einer Straße oder auf einem Parkplatz aufpassen. In manchen Innenstädten gibt es zudem gebührenpflichtige Zonen mit Parkautomaten. Parken Sie nicht an rot-weiß markierten Bordsteinen und lassen Sie keine Wertsachen sichtbar im Auto. Die Altstädte sind größtenteils für Autos gesperrt, parken Sie also in der Nähe und gehen Sie zu Fuß weiter.

    Bergstraßen, ländliche Gegenden und Nachtfahrten

    Straßen wie die N9 über den Tizi-n'Tichka-Pass zwischen Marrakesch und Ouarzazate sind asphaltiert und viel befahren, stellenweise aber schmal, mit engen Kurven, steilen Abhängen und langsamen Lkw. Überholen Sie nur bei guter Sicht, nutzen Sie bei langen Abfahrten die Motorbremse und rechnen Sie mit Baustellen. Im Winter kann Schnee die Pässe des Hohen Atlas beeinträchtigen, informieren Sie sich daher vor der Abfahrt über die Straßenlage.

    Auf dem Land teilen sich Fußgänger, Radfahrer, Esel, Schafe und Ziegen die Straße. Viele Landstraßen sind unbeleuchtet, und Fahrzeuge mit schlechter Beleuchtung sind keine Seltenheit. Planen Sie lange Etappen deshalb so, dass Sie möglichst vor Einbruch der Dunkelheit ankommen.

    Außerdem dauern Strecken länger, als es auf der Karte aussieht. Mit Bergabschnitten, Ortsdurchfahrten und Fotostopps wird aus einer kurzen Etappe schnell ein halber Tag. Gönnen Sie sich etwa alle zwei Stunden eine Pause.

    Tanken, Pannen und Notfälle

    Tankstellen gibt es in den Städten und an den Autobahnen reichlich, und meist tankt ein Tankwart für Sie. Sagen Sie deutlich, welchen Kraftstoff Ihr Auto braucht: Diesel heißt gasoil, Benzin heißt essence oder sans plomb. In abgelegenen Regionen wie dem Südosten liegen Tankstellen teils weit auseinander, tanken Sie also nach, sobald der Tank etwa halb leer ist.

    Im Notfall gelten üblicherweise folgende Nummern: 19 für die Polizei in den Städten, 177 für die Königliche Gendarmerie außerhalb der Städte und 15 für Rettungsdienst und Feuerwehr. Speichern Sie außerdem die Kontaktdaten Ihres Vermieters vor der Abfahrt im Handy.

    Haben Sie mit dem Mietwagen einen Unfall, informieren Sie sofort den Vermieter. Die Bedingungen von NZN verlangen nach einem Unfall einen einvernehmlichen Unfallbericht (constat amiable) oder ein Protokoll von Polizei oder Gendarmerie und bei Diebstahl eine Anzeige bei den Behörden. Ohne diese Dokumente greift die Versicherung unter Umständen nicht.

    Der passende Mietwagen für Ihre Marokko-Reise

    Lesen Sie vor der Buchung die Bedingungen genau: Kilometerbegrenzung, Kaution, Versicherung und zugelassene Fahrer machen auf einer langen Reise einen großen Unterschied. Bei NZN Car Rental sind die Kilometer unbegrenzt, und Sie dürfen während des vereinbarten Mietzeitraums überall in Marokko fahren. Es wird weder eine Miet- noch eine Sicherheitskaution erhoben: Vor der Übergabe ist eine verpflichtende Vorauszahlung von 10 % des Mietpreises fällig, die restlichen 90 % zahlen Sie bei Übergabe bar oder per Karte.

    NZN liefert und holt die Fahrzeuge in der Stadt oder am Flughafen in Casablanca, Marrakesch, Agadir, Tanger, Fès und Rabat ab, Treffpunkt und Uhrzeit werden über WhatsApp vereinbart. Der Fahrer muss seinen Führerschein seit mehr als einem Jahr besitzen und einen gültigen Personalausweis oder Reisepass vorlegen; das Mindestalter beträgt 21 Jahre für die Kategorien A und B und 25 Jahre für größere Kategorien.

    Häufige Fragen

    Darf ich in Marokko mit einem ausländischen Führerschein fahren?

    Viele Besucher fahren in Marokko mit ihrem nationalen Führerschein. Für eine Miete bei NZN brauchen Sie einen gültigen Führerschein, den Sie seit mehr als einem Jahr besitzen, sowie einen gültigen Personalausweis oder Reisepass. Ist Ihr Führerschein nicht in lateinischer oder arabischer Schrift ausgestellt, klären Sie vor der Reise, ob ein internationaler Führerschein sinnvoll ist.

    Herrscht in Marokko Rechts- oder Linksverkehr?

    In Marokko herrscht Rechtsverkehr, überholt wird links.

    Welche Tempolimits gelten in Marokko?

    In der Regel 120 km/h auf Autobahnen, 100 km/h außerorts und 60 km/h innerorts, sofern Schilder nichts anderes anzeigen. Niedrigere Limits sind an Ortseingängen, Schulen und Baustellen häufig, und es wird oft geblitzt.

    Sind die Autobahnen in Marokko mautpflichtig?

    Ja. Die Autobahnen von Autoroutes du Maroc (ADM) sind mautpflichtig. Die Gebühr hängt von Strecke und Fahrzeugklasse ab, prüfen Sie daher die aktuellen Preise und halten Sie Dirham in bar bereit.

    Kann man in Marokko nachts fahren?

    Auf Autobahnen und in Städten ist das machbar, Land- und Bergstraßen sind jedoch oft unbeleuchtet, und es können Fußgänger, Tiere oder schlecht beleuchtete Fahrzeuge unterwegs sein. Planen Sie lange Etappen so, dass Sie vor der Dunkelheit ankommen.

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